Flugvorbereitungen für den
Simulatorflug
Allgemeines:
Wie das Wort Simulation ja schon
ausdrückt soll am PC die Beherrschung eines Verkehrsflugzeuges oder eines
anderen Fluggerätes simuliert werden. Dies sollte so weit wie möglich an die
Realität angelehnt geschehen.
In der Realität sieht das dann so
aus, dass die Flightcrew nur für die Vorbereitungen ca. 90 Minuten benötigt.
Hier die Details abzuhandeln würde für uns PC-Piloten zu weit führen. Aber
auch wir sollten uns ernsthafte Gedanken machen, was wir alles an Vorbereitungen
zu treffen haben, um einen Flug so realitätsnah wie möglich durchführen zu
können.
folgende Unterlagen sollten
steht's griffbereit sein:
Flugplanerstellung:
Wir als VA-Piloten fliegen nicht
plan- und ziellos durch die Lüfte, sondern müssen uns an unseren vorgegebenen Flugplan
halten. In unserem Flugauftrag steht dann aber auch meist nur: Pilot XYZ fliegt
von A nach B.
Genau an diesem Punkt beginnt
die Flugplanung!!
zum Wetter:
der
einfachste Weg am Flugsimulator Wetter zu generieren ist die Möglichkeit, sich
das aktuelle Wetter über "Real Weather" aus dem Internet herunter zu
laden.
Um einen Vorab-Wetterbericht des
Zielflughafens zu erhalten gibt es mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist
der Weg über Programme wie "SerfInfo",
das nach Eingabe des ICAO-Codes des Zielflughafens das aktuelle Wetter ausgibt.
Dies geschieht dann als METAR-String, der erst
wieder entschlüsselt werden muss. Auch hierfür gibt es hilfreiche Pogramme wie
METAR-Translator. Nach Eingabe des Strings, wird
dieser "verständlich" wiedergegeben.
zur Entfernung bzw.
Route:
auch
hier wieder mehrere Möglichkeiten der Routenberechnung. Die einfache
Möglichkeit über den Routenplaner des FS. Hier werden Start- und Zielflughafen
eingetragen und der FS berechnet die Flugroute über Luftstraßen im unteren
bzw. oberen Luftraum. Der Nachteil hier ist, dass der FS keine SID und
STAR
kennt
Eine weitere Möglichkeit führt
uns wieder zu Add-On Programmen wie die Time-Tables von Ultimate-Airlines, oder
aber andere Routenplaner wie etwa "RouteFinder".
Auch hier müssen die SID und STAR nachträglich in den Flugplan eingearbeitet
werden. Nach der Routenplanung wissen wir jetzt auch die Entfernung und können
uns daran machen das benötigte Fuel zu berechnen.
zur
Treibstoffberechnung:
auch
hier wieder der Hinweis auf nützliche Programme, die die Berechnung
erleichtern. Da wäre z. B. Keroplan.
Aber es geht auch ohne Zuhilfenahme von Programmen. Hierzu gibt es eine relativ
einfache Faustformel:
Maximales Startgewicht x 5% je Flugstunde.
Hier ist alles
drin (Taxiing, Start, Steigflug Reiseflug, Sinkflug und Landung). Beispiel:
Boeing 737-400: Max TO-Weight 68 Tonnen, Flugdauer 2 Stunden. 68 t x 5 % = 3,4 X
2 Stunden = 6,4 Tonnen. Hierzu wird noch eine Reserve von 5 Tonnen dazu
gezählt. Für unser Beispiel würden wir als 11,4 Tonnen Kerosin tanken.
Anzumerken wäre zur
Treibstoffberechnung noch, dass der Verbrauch der einzelnen Flugzeuge sowie auch
der Verbrauch bei baugleichen Type z. 737-400 stark variieren kann. Dies liegt
an den unterschiedlich programmierten Air-Files. Es ist deshalb sehr ratsam,
immer mit dem gleichen Flugzeugmuster zu fliegen. Zum Einen wird die
Beherrschung des Fliegers mit zunehmender Stundenzahl immer besser und zum
Anderen wird auch die Treibstoffberechnung vereinfacht, da man für die
einzelnen Strecken direkte Vergleichswerte hat, und auf Erfahrungswerte
zurückgreifen kann.
zur
Flughöhe:
hier gilt:
so schnell wie möglich nach oben und solange wie möglich dort bleiben. Jeder
Jet fliegt in großen Höhen am wirtschaftlichsten. Bereits eine Flugzeit von
nur 10 Minuten auf FL 300 oder FL 330 kann mehr Kerosin sparen (trotz Steigflug
dahin), als ein Routing über 30 Minuten auf nur FL 220.
Bei der beabsichtigten Flughöhe
müssen noch einige Kriterien beachtet werden. So gibt es die
"Halbkreisflughöhen", die unbedingt eingehalten werden müssen. Seit
dem 24.01.2002 wurde der Luftraum oberhalb von FL 290 neu gestaffelt. Die linke
Tabelle zeigt den Luftraum nach bisheriger Verticalstaffelung (CVSM (Conventional
Vertical Separation Minimum)) in der rechten Tabelle die neue Staffelung gemäß
RVSM (Reduced Vertical Separation Minimum).
| Hdg
000° - 179° |
Hdg
180° - 359° |
|
ODD
LEVELS
CVSM
|
EVEN
LEVELS
CVSM
|
|
FL
70
FL
90
FL
110
FL
130
FL
150
FL
170
FL
190
FL
210
FL
230
FL
250
FL
270
FL
290
-------------------------
FL
330
FL
370
FL
410
FL
450
FL
490
FL
530
...
|
FL
60
FL
80
FL
100
FL
120
FL
140
FL
160
FL
180
FL
200
FL
220
FL
240
FL
260
FL
280
---------------------------
FL
310
FL
350
FL
390
FL
430
FL
470
FL
510
...
|
|
| Hdg
000° - 179° |
Hdg
180° - 359° |
|
ODD
LEVELS
RVSM
|
EVEN
LEVELS
RVSM
|
|
FL
70
FL
90
FL
110
FL
130
FL
150
FL
170
FL
190
FL
210
FL
230
FL
250
FL
270
FL
290
----------------------------
FL
310
FL
330
FL
350
FL
370
FL
390
FL
410
-------------------------
FL
450
FL
490
...
|
FL
60
FL
80
FL
100
FL
120
FL
140
FL
160
FL
180
FL
200
FL
220
FL
240
FL
260
FL
280
----------------------------
FL
300
FL
320
FL
340
FL
360
FL
380
FL
400
--------------------------
FL
430
FL
470
...
|
|
6
neue Flugflächen wurden geschaffen.
3
gerade Flugflächen des alten Systems sind nun ungerade
Flugflächen
CVSM
wird über FL410 angewendet.
|
|
Die
Tabelle wurde von ivao.aero-DE übernommen. Näheres kann hier
nachgelesen werden
Des weiteren sollten auch die Höhenwinde
Beachtung finden. Gerade für FS 2002-Piloten eine wirklich interessante
Angelegenheit, da diese jetzt mit dem Realem Wetter geladen werden können. Es
kann deshalb von Nutzen sein, lieber nicht die optimale Höhe zu wählen,
sondern lieber etwas tiefer zu fliegen, um einen eventuellen Rückenwind
ausnutzen zu können. Wie sich der Wind auf die unterschiedlichen
Geschwindigkeiten (GS / IAS / TAS) auswirken kann, kann hier
nachgelesen werden.
zu SID: (standard instrument departure
routes):
dies sind fest vorgegebene Abflugstrecken, die dazu dienen,
den Luftraum rund um den Airport schnellstens und sicher zu verlassen. Sie sind
so gewählt, dass Lärmschutz für die Flughafenanrainer gewährt ist und auch,
um evtl. Hindernissen wie Berge etc. nicht zu nahe zu kommen.
Diese SID's werden den jeweiligen
Airport-Charts entnommen. Die Auswahl richtet sich nach der Abflugrichtung der
Rwy und dem anschließendem Routing. SID's haben immer eine individuelle
Bezeichnung. So z. B. ALB4N (Allersberg Four November) für einen Abflug auf der
Runway 26 R in München. Diese SID endet am VOR ALB (Allersberg) und wird dann
geflogen, wenn die Flugroute in Richtung Norden verläuft. Das VOR ALB sollte
dann auch der erste Waypoint im weiteren Flugverlauf sein.

Und so sieht die SID dann im PFD
(Primary-Flight-Display) und im FMC aus:
Der Flugweg führt durch die
Punkte DM060, DM063 zum VOR ALB. IM FMC wird dies auch dargestellt, Ebenso die
Höhenangaben, die einzuhalten sind. Erst der Richtung der Rwy folgen bis zu
einer Höhe von 1900 Fuß AGL (über Grund), oder einer Entfernung von 3.5 NM
vom Platz VOR (DMN). In den Karten steht hier meist "whichever is later",
Die Höhenangabe im FMC 7000A, bedeutet, der Wegpunkt DM063 sollte in einer
Höhe von 7000 Fuß, das A bedeutet "or above", oder höher,
überflogen werden. In den Charts steht generell als Steigfluganweisung für
München 7000 Fuß. Dies kann natürlich jederzeit durch den ATC (Controller) je
nach Bedarf geändert werden.
Bei Online-Flügen teilt man dem
ATC das Erreichen dieser Höhe mit und erhält dann weitere Anweisungen.
zum Streckenflug:
dieser
führt über die Luftstraßen (enroute) die, wie schon erwähnt, strikt
einzuhalten sind. Auch diese Luftstraßen haben eine Bezeichnung wie z. B. 4 B,
oder 12 Y, wobei der Buchstabe als englische Farbe bezeichnet wird. Hier also
"four blue", oder "twelve yellow". Diese Luftstraßen
können sehr lang sein und in ihrem Verlauf werden sehr viele VOR's und
Intersection's überflogen.
Da in manchen Gebieten der Erde z.
b. über Ozeane oder Wüsten keine UKW-Sender bestehen bzw. die Reichweiten
nicht ausreichen, sind fast alle Streckenpunkte neben den Frequenzangaben der
VOR'S auch mit Erdkoordinaten versehen. Dadurch können alle Punkte und
Intersections, aber auch Pflichtmeldepunkte oder Kreuzungen der Luftstrassen
über den Meeren mit 10er Breiten- oder Längengraden in das FMC eingespeichert und beim Überfliegen erkannt werden.
Manche Luftstraßen liegen
parallel zu einander, um mehrere Flugzeuge auf gleichem Flightlevel (FL)
unterzubringen. Bei der Auswahl der Luftstrassen wählt man möglichst eine
direkte Verbindung zum Ziel, sofern nicht Wettereinschränkungen z. B.
starke Höhenwinde (jetstream), oder eine Schlechtwetterfront einen Umweg
erfordern.
zu STAR (standard instrument
arrival routes):
Beim Anflug auf den Zielflughafen verlässt man an
Intersections die Luftstrassen und fliegt, über die wiederum exakt einzuhaltenden
STAR, zum IAF (Initial Approach FIX). Von hier aus wird dann der Anschneidepunkt
des ILS angeflogen.

hier die STAR WLD4M (Walda Four
Mike) im PFD und im FMC für den Anflug auf die Rwy 26 R in EDDM

hier das Routing dazu:
An der Intersection ROKIL wird die
Luftstraße verlassen. Weiter geht es zum NDB MIQ (MIKE), von dort zum IAF oder
hier IF26R. Dies ist der Punk der uns direkt auf das ILS der 26R führt.
Die Höhenangaben im FMC bei IF26R
bedeuten wieder: hier sollte eine Mindesthöhe von 4600 Fuß oder etwas drüber
eingehalten werden. Die 1486 Fuß sind die Platzhöhe. MA26R ist der Punkt, der
bei einem MA (missed Approach) angesteuert werden muss. Von hier aus wird dann
erneut die STAR abgeflogen. Außer ATC gibt Vektoren für einen neuen Anflug
vor.
zum
Kartenmaterial:
da
auch der FS 2002 zwar einen sehr guten Flugplaner mitbringt, der auch die
Luftstraßen im unteren und oberen Luftraum kennt und beachtet, aber leider noch
keine SID oder STAR- Datenbank beinhaltet ist es für eine halbwegs vernünftige
Flugplanung unerlässlich, sich die Karten für die jeweiligen Flughäfen zu
besorgen. Hier ist auch wieder das Internet eine guter Lieferant. Für die
deutschen Flughäfen findet man bei ivao.aero alle nur erdenklichen Unterlagen und
Karten die benötigt werden. Die Karten die in der German Airports Reihe
mitgeliefert werden sind auch sehr detailliert und durchaus ausreichend.
Wie ihr seht, ist etwas mehr
Realismus doch mit einigem Arbeitsaufwand verbunden. Dies beginnt bei der
Einholung des Wetters, daraus resultierend die Abflugrichtung und evtl.
Reiseflughöhe. Je nach Startrichtung die SID. Dann sollte man sich Gedanken
über den "Spritverbrauch" machen. Das Wetter am Zielort checken.
Karten für unterwegs griffbereit haben, falls eine unplanmäßige Landung
notwendig werden sollte. Über mögliche Ausweichflughäfen hat man sich
natürlich schon vorher informiert:-). Bei Online-Flügen ist es auch immer
wieder möglich, dass die ausgefeilte Flugplanung von den Controllern zunichte
gemacht wird. Man möchte schön seine STAR abfliegen, aber der Controller meint
dann, man solle doch lieber gleich Richtung VOR XYZ fliegen und von dort aus
dann mit Kurs 123 weiter Richtung ILS. Wehe dem, der keine Karten hat und zig
mal nachfragen muss, wo denn das VOR XYZ ist, wie er denn dorthin kommt und
welche Frequenz dieses VOR hat. Hat man sich jedoch das Kartenmaterial
zurechtgelegt, genügt ein Blick und die Sache ist gegessen:-). Der Controller
freut sich, dass er nicht alles haarklein erklären muss, und der Pilot
beweißt, dass er sich schon vor seinem Flug Gedanken gemacht und auf so manches
vorbereitet ist.
Alle freuen sich...........is es
nich toll :-))))
In diesem Sinne wünsche ich
immer
eine gute Vorbereitung
und gebt den Überraschungen keine
Chance!!!
Werner
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